Juni 2018

Inzwischen ist die Außenanlage fast fertig und man kann sich den neuen Platz nun schon recht gut vorstellen. Es ist eine großzügige Treppe entstanden, unter dem Baum wird noch eine Grünfläche mit Bank angelegt. Die Straßenarbeiten der Stadt haben begonnen; damit wird dann auch der Platz zwischen Kirche, Gemeindehaus und Rathaus vollends fertiggestellt werden.

Die Arbeiten gehen jetzt dann hinter der Kirche weiter, wo u.a. noch Fahrradabstellplätze (teils überdacht) entstehen werden.

 

Ende Januar 2018 – Räumung und Übergabe des alten Gemeindehauses in der Martin-Luther-Straße

Zum 31. Januar 2018 geht das alte Gemeindehaus in den Besitz der Pfarreistiftung über; nach dem Abriss wird ein Haus mit neun Wohnungen im Erbbaurecht an diesem Ort erstellt.

Bei einer großen Räumaktion am 13. Januar wurden von zahlreichen Helferinnen und Helfern alle beweglichen Gegenstände aus dem Haus entfernt und in Containern entsorgt. Ein großer Teil des Mobiliars hatte bereits davor Käuferinnen und Käufer gefunden.

Für den 19. Januar waren Kinder und Jugendliche zu einer „Abrissparty“ eingeladen. Nach Herzenslust konnten Wände besprüht oder auch eingerissen werden.

 

Abschied und Neuanfang – Einweihung des neuen Gemeindehauses am 1. Advent 2017

Mit einem festlichen Gottesdienst hat sich die evangelische Kirchengemeinde Renningen nach 58 Jahren vom Gemeindehaus in der Martin-Luther-Straße verabschiedet. Zum letzten Mal platzte der große Saal dort aus allen Nähten. Als Symbol für das Ende dieser Ära wurde zum Schluss des Gottesdienstes der Altar abgeräumt; Kreuz, Bibel und Kerzen wurden mitgenommen auf den Weg ins neue Haus.

Dort begann im Anschluss der Festakt zur Einweihung, musikalisch umrahmt von den Kindern der evangelischen Kindergärten und vom Posaunenchor.

Der „Kirchturm“ erzählte von seinen Eindrücken der letzten Bauphase (s.u.), Dekan Wolfgang Vögele, Bürgermeister Wolfgang Faißt und Pfarrer Franz Pitzal sprachen Grußworte und überbrachten Geschenke. Architekt Holger Schlichtig informierte über Funktionen des Hauses und überbrachte als Geschenk eine der Leuchten, die bereits den Saal erhellen. Als Abschluss des Festakts wurde die von Wolfgang Steudle gestiftete Steintafel neben dem Haupteingang enthüllt.

Danach wurde das Haus von den zahlreichen Gästen jeden Alters in Besitz genommen. Es gab Mittagessen und Kaffee und Kuchen sowie Spielangebote im Untergeschoss. Der Aufzug wurde gerne angenommen und auch die Akustik im großen Saal hat ihren ersten Test bestanden.

Den Abschluss des Festes bildete ein sehr gut besuchtes und begeisterndes Konzert der Harmoniacs in der Petruskirche.

Verabschieden musste sich die Kirchengemeinde auch von ihrer langjährigen Hausmeisterin Andrea Bernt, die ihren Dienst mit dem Verkauf des alten Gemeindehauses beendete. Pfarrer Bauschert und Karin Volz sprachen ihr im Gottesdienst, im Namen der Kirchengemeinde, einen herzlichen Dank aus.

Dank zu sagen ist noch vielen anderen: Allen Handwerksfirmen, die auf unserer Baustelle gearbeitet haben; allen, die das Haus in den letzten Tagen „einzugsfertig“ gemacht haben; allen, die an diesem Tag mitgemacht und mitgeholfen haben; allen, die einen Kuchen gebacken haben; den Herren Vögele, Faißt und Pitzal für Grußworte und Geschenke; Herrn Steudle für die Steintafel; den Harmoniacs für das stimmungsvolle Benefizkonzert. Zuallererst aber unserem Architekten Holger Schlichtig und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – er hatte immer ein offenes Ohr für alle Überlegungen, die es im Kirchengemeinderat gab; es war überaus angenehm, mit ihm zusammenzuarbeiten! Ihm gilt ein besonders herzlicher Dank, auch für die Leuchte, die er gestiftet hat.

In den kommenden Wochen muss nun der Umzug vom alten ins neue Haus über die Bühne gehen, das von den Gruppen und Kreisen dann nach und nach mit Leben gefüllt wird.

 

Interview mit dem Kirchturm:

Guten Morgen, liebe Festgäste; herzlich willkommen zur Einweihung unseres neuen Gemeindehauses. Und ebenso herzlich willkommen, lieber Kirchturm!

Guten Morgen zusammen! Schön, dass Sie mich so freundlich begrüßen. Aber ich bin ja schon ein bisschen enttäuscht.

Enttäuscht? Ich dachte, Sie freuen sich, dass jetzt endlich (fast) alles fertig ist, und dass wir das neue Gemeindehaus jetzt einweihen können.

Ich freue mich ja auch! Aber eigentlich wollte ich doch zur Einweihung besonders schön läuten. Und dann wurde der Gottesdienst heute gar nicht hier, sondern irgendwo anders gefeiert.

Ach das meinen Sie! Der Gottesdienst wurde nicht „irgendwo anders“, sondern im alten Gemeindehaus gefeiert. Das müssen Sie schon verstehen. Wir mussten uns ja von dem alten Haus, das uns jahrzehntelang begleitet hat, gebührend verabschieden.

Ja, das ist mir schon klar; aber ich wäre halt auch gerne dabei gewesen!

Gut, dass Sie das nicht versucht haben! Es ist sicher besser, Sie bleiben hier vor Ort stehen. Hier stehen Sie und können nicht anders.

Ja, ja, ist ja schon gut. Ich bin froh, dass ich wenigstens jetzt dabei sein darf.

Sie sind jetzt immer dabei. Kirche, Turm und Gemeindehaus sind ja jetzt sozusagen wie eine kleine Familie. Aber erzählen Sie mal – es ist ja schon einige Monate her, seit wir uns das letzte Mal unterhalten haben: Jetzt, wo das Haus (fast) fertig ist: Was gefällt Ihnen denn am besten?

Das ist einfach zu beantworten: Am allerbesten gefällt mir, dass ich mich jetzt selbst sehen kann – und ich muss sagen: Für mein Alter sehe ich recht gut aus!

Wie meinen Sie das, dass Sie sich selbst sehen können?

Na ganz einfach: Die haben mir doch extra einen Spiegel aufs Dach von dem neuen Haus gebaut!

Einen Spiegel? – Ach jetzt weiß ich, was Sie meinen! Das ist doch kein Spiegel; da liegt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, mit der Strom produziert wird. Sogar mehr Strom, als in dem neuen Haus gebraucht wird. Deshalb fällt auch noch was für die Kirche ab.

Ach so. Und ich dachte, die Bauleute wollten mir eine Freude machen, weil ich jetzt so lange den Krach und den Dreck habe aushalten müssen. Aber ich freue mich trotzdem darüber; und bei schönem Wetter kann ich mich jetzt immer sehen.

Ja, aber passen Sie auf, dass Sie sich nicht zu sehr zum „Spiegel“ hinüberneigen! Wenn Sie an die Bauzeit denken, was ist Ihnen dann sonst noch so aufgefallen?

Naja, da war ganz schön was los. Immer wieder sind andere Leute gekommen und haben massenweise Zeug reingetragen. Manchmal habe ich mich schon gefragt, wo das alles hin soll. Aber einen habe ich ja schon von früher gekannt, der ist immer wieder da gewesen – das war der mit den Plänen, der den anderen gesagt hat, was sie wie machen sollen.

Das war der Architekt; ohne den wäre aus dem Haus nie was geworden!

Aber einmal habe ich mich gefragt, ob der wirklich weiß, was er tut.

Wie meinen Sie das jetzt?

Naja, eines Tages kam da so ein Auto, aus dem es herausgedampft hat; da war so eine heiße schwarze Flüssigkeit drin. Und die wurde dann in Eimern, die an einem Joch über den Rücken von starken Männern hingen, ins Haus getragen. Das hat fast ausgesehen wie in der Geschichte vom Mose.

Wie kommen Sie jetzt auf Mose?

Na, die Geschichte habe ich schon oft gehört, unten in der Kirche. Wie die Israeliten als Sklaven schuften mussten in Ägypten; und wie sie dann geflohen sind, angeführt von Mose.

Aber auf unserer Baustelle haben doch keine Sklaven gearbeitet!

Nicht? Aber es hat so ausgesehen! Auf jeden Fall haben die diese heiße, klebrige Masse ins Haus getragen und dort wohl auf dem Boden verteilt. Es hat gestunken wie auf einer Straßenbaustelle; ich habe nur noch darauf gewartet, dass eine Straßenwalze ins Haus fährt! Deshalb habe ich mich gefragt, ob da vielleicht zwei Baustellen verwechselt wurden – und ob jetzt irgendwo auf der Autobahn Parkett liegt…

Nein, lieber Kirchturm, da kann ich Sie doppelt beruhigen: Erstens war das keine Verwechslung, sondern genau so geplant, und zweitens stinkt da überhaupt nichts mehr.

Noch was anderes ist mir aufgefallen – da konnte ich gut zuschauen, weil das außen gemacht wurde: Das Haus wurde richtig dick angezogen! So was gab‘s früher noch nicht, da haben wir mehr ausgehalten! Ein bisschen verfroren scheint die Kleine da unten ja schon zu sein.

Verfroren? Darum geht es doch gar nicht. Die dicke Schale sorgt dafür, dass die Wärme im Winter nicht raus- und im Sommer nicht reingeht. So baut man heute, so muss man bauen!

Ja, ja, es bleibt halt nichts, wie es war. Früher, da war halt noch alles anders…

Moment, Moment – bevor Sie jetzt wieder ins Erzählen von früher kommen, sollten wir das Gespräch jetzt dann langsam beenden. Die Leute wollen ja auch bald was zum Essen bekommen.

Ist in Ordnung. Vielleicht fällt ja für mich auch was ab… Aber eine Frage hätte ich dann doch noch: Jetzt haben die das Haus hier so schön fertig gebaut, aber drumherum sieht’s irgendwie noch aus wie bei Hempels unterm Sofa!

Stimmt, aber das ist ja auch noch nicht fertig. Das dauert noch ein bisschen, mindestens bis zum nächsten Frühjahr. Da soll ein richtig schöner Platz entstehen – zwischen Kirche, Kirchturm und Gemeindehaus.

Dann bin ich ja beruhigt. Und dann können wir uns vielleicht noch einmal unterhalten, wenn dann alles fertig ist. Da freue ich mich schon darauf.

Ja, ich mich auch. Und vielen Dank für das Gespräch!

 

27. November 2017, eine Woche vor der Einweihung!

 

22. November 2017

Noch 1 ½ Wochen bis zur Einweihung!

Das Gerüst ist abgebaut, die Lampen hängen und im Gemeindehaus ist emsiger Betrieb, damit auch alles rechtzeitig fertig wird. Im Moment werden Türen und Küchen eingebaut, das Geländer an der Treppe angebracht und die Sanitäranlagen fertiggestellt. Auch die Heizung läuft bereits. In einer Woche werden Tische und Stühle geliefert.

Der Einweihung am 1. Advent steht also nichts mehr im Weg!

 

Anfang November 2017

Der Bau des Gemeindehauses steht kurz vor der Fertigstellung. Im Moment wird die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach montiert, danach kann das Gerüst abgebaut werden.

Im Inneren sind bereits die beweglichen Trennwände sowie die Toiletten eingebaut; die Montage der Küchen und der Einbau der Türen läuft. Und die Elektriker sind dabei, die vielen Kabel anzuschließen.

Wir planen fest mit der Einweihung am 1. Advent; bis dahin wird auch der Zugang zum Gemeindehaus möglich sein. Die Fertigstellung des Platzes folgt dann im kommenden Jahr.

 

20. September 2017

Auch über die Sommerpause hinweg gab es gute Fortschritte auf der Baustelle. Inzwischen wurde die dicke Wärmedämmung angebracht, die teilweise schon verputzt ist. Im Oktober kann die Klinkerfassade angebracht werden.

Im Inneren ist inzwischen der Bodenbelag abgeschliffen und versiegelt. Um ihn vor Beschädigungen bei weiteren Ausbauarbeiten zu schützen, wird er abgedeckt werden. Der Innenausbau (Elektroarbeiten, Schallschutzdecken…) ist zum großen Teil abgeschlossen. Es steht jetzt noch das Anbringen der Fließen aus sowie der Einbau der Küchen und der Toiletten.

Der Kirchengemeinderat wird sich in seiner nächsten Sitzung mit der Frage der Beleuchtung und der Einrichtung beschäftigen.

 

Mitte Juni 2017

Seit dem Richtfest sind drei Monate vergangen. Die Baumaßnahmen haben gute Fortschritte gemacht, auch wenn es zu kleineren Verzögerungen gekommen ist.

Die Fenster sind eingebaut, auch der Aufzug wurde bereits installiert. Im Moment ist der Gipser mit Verputzarbeiten im Inneren beschäftigt, nachdem vorher alle Leitungen verlegt worden waren.

Laut Aussage des Architekten ist nach derzeitigem Stand davon auszugehen, dass der Einweihungstermin 1. Advent gehalten werden kann.

 

Richtfest 17. März 2017

Viele Interessierte aus der Gemeinde und aus der Nachbarschaft des neuen Gemeindehauses haben sich einladen lassen zum Richtfest, das musikalisch umrahmt wurde vom Posaunenchor. Nach der Begrüßung durch die beiden Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, Karin Volz und Pfarrer Matthias Bauschert, die die Form eines „Interviews mit dem Kirchturm“ hatte (s.u.), folgte ein Lied der Kinder unserer Kindergärten. Bürgermeister Wolfgang Faißt verband sein Grußwort mit der Überreichung eines Schecks in Höhe von 40.000 €, dem von der Stadt Renningen zugesagten Investitionskostenzuschuss. Architekt Holger Schlichtig informierte noch einmal über den Neubau und dankte den Handwerkern für ihre hervorragende Arbeit. Diesen Dank sprach Pfarrer Bauschert auch dem Architekten aus, der immer ein offenes Ohr für Fragen und Anregungen aus der Gemeinde hatte. Nach den Richtsprüchen aus der Kirchengemeinde und von den Zimmerleuten (s.u.) wurde der offizielle Teil mit einem gemeinsam gesungenen „Nun danket alle Gott“ abgeschlossen. Danach waren alle eingeladen zu einem kleinen Imbiss.

Herzlichen Dank allen, die zum Gelingen des Richtfests beigetragen haben!

 

Interview mit einem Kirchturm

Liebe Richtfestbesucherinnen und -besucher!

Bei der Vorbereitung der Ansprache für das heutige Richtfest hatten wir eine verrückte Phantasie: Es wäre doch schön, wenn unser alter Kirchturm etwas aus seiner langen Erfahrung erzählen könnte…; aber Kirchtürme können ja leider nicht sprechen!

Hallo, wer sagt denn so was? Aber ich verbitte mir, mich „alt“ zu nennen; ich finde, ich bin noch ganz gut in Schuss!

Haben Sie das auch gehört? Oder habe ich geträumt? Hat da tatsächlich unser Kirchturm geantwortet?

Ja, da staunen Sie! Schon seit Jahrhunderten warte ich darauf, dass mich endlich mal jemand fragt. Und da will ich die Chance natürlich nützen, aus meinem langen Leben zu erzählen – auch wenn ich noch einmal betonen möchte, dass ich mich nicht alt fühle! Ich hoffe, Sie haben ein bisschen Zeit mitgebracht. Also das war damals so, anno…

Moment, Moment, das finde ich ja klasse, dass Sie heute mit uns sprechen wollen, lieber Herr Kirchturm. Aber wir können jetzt natürlich nicht bei Adam und Eva anfangen. Doch wenn Sie damit einverstanden sind, dann würde ich Ihnen gern ein paar Fragen stellen. Ein Interview mit einem Kirchturm – das hätte ich mir auch nicht träumen lassen!

Schade, ich hätte so viel zu erzählen aus meiner jahrhundertelangen Erfahrung…

Das glaube ich Ihnen gern. Ein anderes Mal vielleicht. Aber heute würde ich gern ein paar ganz konkrete Dinge von Ihnen wissen. Wie haben Sie zum Beispiel den Beginn des Gemeindehausbaus erlebt?

Dass sich hier was tun wird, das haben die Spatzen ja schon lange von den Dächern gepfiffen. Und da war ich immer ganz Ohr – ich bin ja auch nah dran. Vor einem halben Jahr ging es dann los; da war schon einmal so ein Menschenauflauf hier. Aber da habe ich dann schon gestaunt: Sollten wirklich ein paar Kinder mit Spielzeugbaggern und ein paar Erwachsene mit Spaten die Baugrube ausheben? Nachher hat sich dann gezeigt, dass das alles nur Show war: Die haben ein bisschen Erde in die Luft geworfen, und das war’s! Bloß für die Zeitung halt.

Und wie ist es dann richtig losgegangen?

Das hat noch einige Tage gedauert. Ich dachte schon, es passiert gar nichts mehr. Und dann sind Männer mit großen Sägen gekommen. Da mussten ja zuerst einmal die Bäume Platz machen. Ich muss gestehen, da hat mir ein bisschen das Herz geblutet. Aber andererseits habe ich in meinem langen Leben schon viele Bäume kommen und gehen sehen. Ein Baum durfte ja sogar umziehen, der ist direkt an mir vorbeigeflogen.

Aber dann ging es doch zügig vorwärts. Dann sind richtige Bagger angerückt und haben angefangen, die Baugrube auszuheben. Haben Sie da keine Angst bekommen?

Doch, ein bisschen mulmig ist es mir da schon geworden. Aber ich muss sagen: Die Bauleute haben hervorragend und ganz vorsichtig gearbeitet. Sie sind mir immer nähergekommen und ich hatte schon Angst, dass ich irgendwann zum schiefen Turm von Renningen werde. Aber sie haben genug Abstand gehalten, und ich stehe so fest wie eh und je – ein feste Burg sozusagen.

Das ist auch gut so. Und deshalb konnten Sie in aller Ruhe beobachten, wie es weiterging.

Ja, da war täglich etwas los. Zuerst haben die so ein bewegliches Metallgestell aufgebaut, das fast so hoch ist, wie ich selbst. Die Dinger sind beliebt in Renningen! Vor ein paar Jahren habe ich sie oben am Waldrand tanzen sehen, sogar nachts. Da wurde ein hohes Haus gebaut, das irgendwie etwas verschoben aussieht – also nicht so gerade aufgerichtet wie ich. Und gar nicht weit weg von hier steht jetzt auch wieder ein ganzes Rudel von diesen beweglichen Metallmasten.

Aber inzwischen wissen Sie ja sicher, wozu diese Kräne gut sind, oder?

Ja, natürlich. Ich stehe hier ja sozusagen in der ersten Reihe. Mit dem Bau ging es dann zügig voran – zumindest bis Weihnachten. Da haben sie sogar noch einen großen Deckel draufgemacht. Die Handwerker wussten genau Bescheid, was sie tun mussten. Denn da ist immer wieder einer vorbeigekommen mit großen Plänen. Die hat der wahrscheinlich sogar selber gezeichnet. Vermutlich haben die genau das gebaut, was da draufstand.

Und dann war Weihnachten.

Da ging auf der Baustelle gar nichts mehr. Und das war auch gut so, ich hätte gar keine Zeit mehr gehabt zuzuschauen – hatte ich doch genug anderes zu tun: Das ständige Glockenläuten…

Aber die Ruhe hat ein bisschen länger gedauert als geplant, ich weiß. Im neuen Jahr war’s einfach zu kalt, um weiterzubauen.

Ich habe mich gefreut, als die Handwerker dann endlich wieder da waren. Ich hatte sie schon vermisst!

Und wie ging es dann weiter?

Ganz schnell! Die haben die Wände hochgezogen, so dass man bald sehen konnte, wie das Haus einmal aussehen soll. Allerdings habe ich mich über die vielen Löcher in der Wand gewundert.

Löcher?

Ja, große Löcher fast an allen Seiten. Und dann oben rum so kleine.

Aber das sind doch einfach Fenster! Da soll nachher viel Licht ins Haus kommen.

Das habe ich dann auch kapiert. Aber was die vielen kleinen Fenster oben sollen, das ist mir erst später klargeworden. Ich hatte mir schon überlegt, wer die mal putzen soll!

Ich weiß jetzt gar nicht, wovon sie sprechen.

Inzwischen weiß ich, dass das gar keine Fenster sind. Das waren nur Löcher, in die die Balken fürs Dach reingelegt wurden. Das ging richtig schnell, an einem Tag waren die drauf!

So schnell ging das mit dem Dach?

Na ja, ich hab mich zuerst gewundert. Da war ja noch ziemlich viel Luft zwischen diesen Balken. Dass das nicht dicht ist, haben sie dann selbst gemerkt. Aber was haben sie dann getan? Ein Netz unter den Balken gespannt! Leute, das geht doch nicht, da regnet es doch durch, habe ich mir gedacht.

Jetzt verstehe ich! Die Balken sind doch nur die Träger für das Dach! Und das Netz war ein Fangnetz – zur Sicherheit, dass den Handwerkern nichts passiert.

Ach so. Ich habe bloß beobachtet, dass sie dann angefangen haben, Bretter oben drauf zu nageln. Und ich habe mich gefreut, dass sie es selbst gemerkt haben, dass da noch was fehlt. Aber das Geklopfe war dann schon der Hammer. Ich vermute, meine Nachbarn im Rathaus hatten da ein paar Tage frei! Oder sie haben alle Ohrenschützer bekommen.

Jetzt hätte ich noch eine Frage: Wenn man da so steht wie Sie – da bekommt man doch sicher mit, was die Leute so reden, oder?

Ja, das stimmt. Die einen sagen dies, die anderen das. Einmal, ganz am Anfang, habe ich eine Gruppe Jugendlicher gehört – „Halbstarke“ hätte man die früher genannt. Heute sagt man wohl eher „coole Typen“. Sagt der eine zum andern: „Ey, Alter, was wird denn da gebaut?“ Seine Antwort: „Irgend so ein behindertes Gemeindehaus, Mann.“ Du hast doch keine Ahnung, habe ich mir gedacht. Wie, bitte schön, soll ein Haus behindert sein? Das wird höchstens „behindertengerecht“. Aber das sagt man heute so nicht mehr, das heißt jetzt „barrierefrei“. Da kommt sogar ein Aufzug rein! So was hat‘s früher noch nicht gegeben. Da fällt mir ein, was ich noch erzählen wollte von damals…

Nein, nein, schon gut! Ich danke Ihnen, lieber Herr Kirchturm, für dieses Gespräch. Wollen Sie zum Schluss noch was loswerden?

Ja, gern, zweierlei: Zum einen möchte ich mich bei den Handwerkern und beim Architekten bedanken. Ich werde sie vermissen, wenn sie nicht mehr da sind. Es war toll, ihnen zuzusehen, wie sie gearbeitet haben. Und dann möchte ich nur noch sagen: Ich freue mich drauf, dass meine kleine Schwester da unten bald fertig ist. Wir werden bestimmt so manches miteinander erleben. Und bei der Einweihung – da werde ich besonders schön läuten!

 

Das Lied der Kinder unserer Kindergärten:

Wer will fleißige Handwerker sehn,

der muss zu der Kirche gehn.

Stein auf Stein, Stein auf Stein,

daneben steht ein Häuslein fein.

 

Wer will fleißige Handwerker sehn,

der muss zu der Kirche gehn.

Wände hier, Wände da,

und oben drauf ein Dach sogar.

 

Wer will leuchtende Augen sehn,

der muss heut zum Richtfest gehn.

Für große Leut, für kleine Leut,

ein Haus für alle bald bereit.

 

Richtspruch von Kirchengemeinderat Immanuel Finckh

Hochgerichtet sind die Mauern,

Gründen in St. Petri Stein,

Der vormals den Kirchenbauern

Schutz vor Feinden sollte sein.

 

Heute liegt der Fels uns offen,

Morgenlicht bricht segnend ein:

Ja! Gott gab uns sich'res Hoffen,

Allen sei dies Haus gemein!

 

Sicher trägt die Kirchenerde

Dachgebälk, das oben thront,

Und damit 's zu hoch nicht werde,

Wird das Dach ganz ungewohnt:

 

Umgekehrt der Decke Schrägen,

Spitz im Winkel liegt das Holz;

Und es schützt uns schon vor Regen,

D‘rum verweist das Handwerk stolz

 

Jetzt wie einst auf das Gelingen,

Das aus Petri Grund sich reckt.

Gott zum Woll'n geb' das Vollbringen,

Dass ein Dach uns alle deckt.

 

Gott weis' uns auf Seinen Wegen,

Dass wir wandeln immerdar

Wahrheit wahrend - und Sein Segen

Stets im Haus sei offenbar.

 

 

Richtspruch der Zimmerleute

Sehr geehrte Bauherrschaft!

 

Der Bau ist erstellt aus Beton und aus Holz!

Dem Bürger zum Nutzen, der Gemeinde zum Stolz

sind hier entstanden durch fleißige Hände

in festem gefüge das Dach und die Wände.

Die Maurer und die Zimmerleut‘,

sie haben keine Müh gescheut.

Sie haben gezimmert, gemessen, gebaut

und nach dem Rechten stets geschaut.

Drum will auf sie mein Glas ich heben:

Die Handwerkskunst soll leben!

 

Der Geist der Gemeinschaft, hier soll er erblühen,

der Bürger soll hier nach des Alltags Mühen

Erholung, Zerstreuung und Freude erleben

und fröhlich den Becher zum Trunke erheben.

Man wird sich hier finden zu ernsthaften Dingen,

doch wird man auch lachen und tanzen und singen;

es wird ein getreues Abbild hier geben

vom Geist der Gemeinde und ihrem Leben –

kurzum, dieses Haus wird der Gemein‘

in Zukunft lebendiger Mittelpunkt sein.

 

Ein Ideal, von Menschen ersonnen,

hat hier Gestalt und Form angenommen;

dazu noch hat’s besonderen Wert,

weil dieses Haus dann allen gehört.

So sollte dann auch in kommenden Jahren

ein jeder so mit dem Haus verfahren,

wie man mit seinem Eigen verfährt,

indem man’s bewahrt, erhält und vermehrt.

 

Doch wie auch die Menschen im Fließe sich regen,

nichts kann gedeihen ohne göttlichen Segen.

So möge der Herrgott den Bau hier bewahren

vor Sorgen und Nöten und allen Gefahren,

vor Erdbeben, Feuer und Wassernot,

vor Kriegsgetümmel mit Mord und Tod,

damit man in Zukunft noch sehen kann,

was einst hier vollbrachte der Zimmermann.

 

So trink ich zum Schluss mein Glas jetzt leer

aufs Wohl dieses Hauses, der Gemeinde zur Ehr‘!

Andreas Banzhaf, Zimmermeister

 

22. Februar 2017

Nachdem es wegen des Kälteeinbruchs im Januar eine 2 1/2-wöchige Verzögerung gegeben hat, sind jetzt weitere Baufortschritte zu sehen. Der Rohbau ist so gut wie fertig. Heute wird begonnen, das Dach aufzusetzen. Am Freitag, dem 17. März um 16.30 Uhr feiern wir Richtfest!

de/pdfs/Richtfest.pdf

 

Mitte Dezember 2016

Der Bau macht sichtlich Fortschritte. Zu kleineren Verzögerungen kam es, da zum Nachbargrundstück hin das Fundament verstärkt werden musste, um keine Schäden zu verursachen. Auch hat die Kälte in den vergangenen Wochen dazu geführt, dass das Hochziehen der Mauern im Untergeschoss nicht so schnell geschehen konnte wie geplant. Doch im Moment sieht es so aus, dass noch vor Weihnachten die Zwischendecke gegossen werden kann.

 

Oktober 2016: Der Bau hat begonnen!

Nach dem ersten Spatenstich hat der Bau des Gemeindehauses inzwischen begonnen. Drei Bäume mussten gefällt werden, die kleine Linde konnte (mit Unterstützung der Stadt Renningen - vielen Dank!) versetzt werden - siehe Bericht unten.

Die Fertigstellung des Gemeindehauses ist für Oktober 2017 geplant.

Selbstverständlich bringt so eine Baustelle Beeinträchtigungen mit sich. Wir danken den Anwohnern und allen, die die Kirche besuchen, für ihr Verständnis. Und wir bitten Sie um Vorsicht, damit im Baustellenbereich niemand zu Schaden kommt. Bitte achten Sie z.B. auf Unebenheiten auf dem Weg zwischen Kirche und Bauzaun.

Eine Linde wird verpflanzt

Über viele Jahre ist die Linde vor der Petruskirche in Renningen zu einem schönen Baum herangewachsen. Am 12. Oktober wusste sie nicht, wie ihr geschieht: Von jetzt auf nachher stand sie auf dem Spielplatz Schinderklinge. Wie geschah das?

Nachdem die evangelische Kirchengemeinde das Okay für ihr neues Gemeindehaus bekam, war klar, dass einige große Bäume gefällt werden müssen. Die kleinere Linde  sollte aber mit einer sogenannten Großbaumverpflanzung gerettet werden. Gemeinsam mit der Stadt Renningen wurde ein neuer Standort gefunden und die Finanzierung ‚gestemmt‘. Eine Fachfirma mit Spezialgerät führte die besondere Aktion reibungslos durch. Die notwendige Bewässerung in der Folgezeit übernimmt der städtische Bauhof.

Nun wünschen wir der Linde an ihrem neuen Standort alles Gute! Und sollte eines Tages das Heimweh nach der Petruskirche groß und ein geeigneter Platz im umgestalteten Außenbereich gefunden werden, dann ist auch eine Rückkehr in die ‚alte Heimat‘ möglich.

 

September 2016: Der Bau des neuen Gemeindehauses beginnt

Mit dem ersten Spatenstich am 23. September 2016 hat jetzt die Bauphase für das neue Gemeindehaus bei der Petruskirche begonnen; was jahrelang geplant wurde, wird jetzt konkret. Informationen zum Fortgang dieser Planungen gab es regelmäßig in den Gemeindebriefen, in den verschiedenen Zeitungen, bei einer öffentlichen Veranstaltung im März 2015, bei den Gemeindefesten und auf der Internetseite der Kirchengemeinde.

Für alle Beeinträchtigungen, die sich während der Bauzeit ergeben, bitten wir schon jetzt um Verständnis. Auch an dieser Stelle sei noch einmal allen gedankt, die den Bau des neuen Gemeindehauses finanziell und durch ihre Ideen und Anregungen unterstützt haben und weiter unterstützen.

Spatenstich für das neue Gemeindehaus

Endlich ist es soweit! Nach jahrelangen Planungen beginnt der Bau des neuen evangelischen Gemeindehauses neben der Petruskirche. Zum offiziellen ersten Spatenstich laden wir Sie herzlich ein auf Freitag, den 23. September um 17 Uhr.

Im Anschluss wollen wir den Baubeginn mit einem kleinen Stehempfang feiern.

Einladung als PDF-Datei

 

Baubeginn nach den Sommerferien 2016

​Ein genauer Termin steht noch nicht fest, aber geplant ist, mit dem Bau im September/Oktober beginnen zu können. Das Gespräch auf dem Oberkirchenrat hat ergeben, dass wir sowohl im Blick auf die Planungen als auch, was die Finanzierung angeht, auf einem guten Weg sind. Erste Ausschreibungen sind gemacht, Vergabegespräche finden noch vor den Sommerferien statt.

 

Mai 2016: Kirchhäusle verkauft

Das kleine Gemeindehaus in der Nähe der Kirche, das auch "Namensgeber" unserer Hompage ist, wurde verkauft und soll bis Ende Mai 2016 an die neuen Besitzer übergeben werden. Übergangslösungen für alle Gruppen und Kreise wurden gesucht und größtenteils gefunden. Die Kinderkirche wird sich, bis zur Einweihuung des neuen Gemeindehauses, sonntags vorübergehend im Kindergarten Kronenstraße zum Gottesdienst treffen. Fürs "Café Welt" hat sich leider keine Ausweichmöglichkeit finden lassen und es wird eine Pause geben bis zum Neustart im neuen Gemeindehaus.

Allen Nutzerinnen und Nutzern des Kirchhäusles herzlichen Dank für ihr Verständnis und für die Mithilfe bei der Suche nach Übergangslösungen und beim Ausräumen des Hauses.

Mit dem Verkauf des Kirchhäusles haben wir zweierlei erreicht: Zum ersten ist es ein Einstieg in die geforderte Konzentration von Immobilien; durch den Neubau des Gemeindehauses bei der Kirche werden weitere Räume in Kirchennähe nicht mehr benötigt. In Zukunft reduzieren sich dadurch die Unterhaltskosten, die nur noch für ein Gemeindehaus zu tragen sind. Zum anderen ist der Verkaufserlös ein erster und dringend nötiger Baustein für die Finanzierung des neuen Gemeindehauses.

 

April 2016: Neues zum Gemeindehausbau

Inzwischen wurde von der Stadt Renningen die Baugenehmigung erteilt; die Planungen für den Neubau des Gemeindehauses südlich der Petruskirche laufen auf Hochtouren. Der Architekt bereitet die Ausschreibungen vor, erste Treffen der Arbeitsgruppen "Energie/Heizung" und "Küche" haben schon stattgefunden. Wir rechnen mit dem Baubeginn nach den Sommerferien. Im Juli steht noch einmal ein Termin auf dem Oberkirchenrat an, um letzte Fragen zu klären.

 

November 2014: Zum Stand der Planungen für das neue Gemeindehaus

Seit mehreren Jahren gibt es in der Kirchengemeinde Renningen Planungen im Blick auf Renovierung oder Neubau des Gemeindehauses. Es hat sich gezeigt, dass weder Renovierung noch Abriss und Neubau am Standort in der Martin-Luther-Straße finanzierbar sind, da die nötigen Eigenmittel dazu fehlen. Dasselbe gilt für den Neubau an einem anderen Ort, da ja dann auch der Grund und Boden zu bezahlen wäre. Ein Neubau ist nur auf eigenem Grund und nur dann möglich, wenn dazu der Erlös aus dem Verkauf des Gemeindehauses und des Kirchhäusles mit eingebracht werden kann.

Von der Stadt Renningen wurde uns als Standort der Platz südlich der Petruskirche vorgeschlagen, der im Besitz der Kirchengemeinde ist. Für das Gemeindehaus auf der Südseite der Petruskirche haben wir eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen, der vom Oberkirchenrat in Stuttgart grundsätzlich zugestimmt wurde. Der Ausschuss „Planen.Technik.Bauen“ des Gemeinderats der Stadt Renningen hat im Juni 2014 ebenfalls die grundsätzliche Zustimmung unter gewissen Vorgaben in Aussicht gestellt; diese Zustimmung gilt für eine der vorgeschlagenen Varianten, die ein Haus mit Flachdach und Oberlicht zur Petruskirche hin vorsieht.

Die Baukosten betragen nach bisherigem Planungsstand voraussichtlich ca. 1,5 bis 1,6 Mio. €. Nach Verkaufserlösen und Zuschüssen durch Landeskirche und Kirchenbezirk, die zurzeit beantragt werden und von deren Bewilligung das Bauvorhaben abhängt, bleibt für die Kirchengemeinde ein Eigenanteil von ca. 500.000 €. Einiges wurde über die Jahre bereits angespart, aber es bleibt noch eine Lücke von gut 200.000 €, für die wir ein Darlehen aufnehmen müssen.

Ein herzlicher Dank gilt allen, die die Planungen und die Finanzierung des neuen Gemeindehauses bis jetzt unterstützt haben und weiter unterstützen werden.

Mit dem Bau des neuen Gemeindehauses hätten wir ein den heutigen Vorgaben entsprechendes Gebäude (im Blick auf Energieeffizienz, Barrierefreiheit, Brandschutz) und eine Konzentration auf den Standort Petruskirche. Durch die räumliche Nähe von Kirche und Gemeindehaus versprechen wir uns neue Möglichkeiten im Blick auf die Gemeindearbeit. Außerdem verschafft uns die Immobilienkonzentration finanzielle Erleichterung im Blick auf die Zukunft.

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